Dein Herz mit Fett schützen?
In diesem Newsletter erfährst du:
Warum Bauchfett so gefährlich für deine Gesundheit ist.
Wie gute Fette dir helfen können, dein Bauchfett zu reduzieren und welche Lebensmittel dabei besonders hilfreich sind.
Die Vorteile der mediterranen Ernährung– und warum sie ein echter Gamechanger für deine Gesundheit sein kann.

Mit guten Fetten gegen Bauchfett
Fettleibigkeit gehört weltweit zu den bedeutendsten vermeidbaren Todesursachen, und ihre Häufigkeit nimmt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen stetig zu. Mit der Adipositas-Lawine steigt auch das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes und folgenschwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie wir schon aus verschiedenen Studien wissen, ist dabei die abdominelle Adipositas besonders besorgniserregend, denn unser Bauchfett stellt letztlich eine gigantische Hormondrüse dar, die entzündungs- und damit auch arteriosklerosefördernde Botenstoffe in unseren Körper pumpt – sogar bei Menschen, die ansonsten ein normales Körpergewicht haben.
Warum
In früheren Zeiten, als Nahrung oft knapp war und unsere Vorfahren tagelang auf der Jagd waren, war viszerales Bauchfett ein echter Überlebensvorteil. Es diente als praktische Energiereserve, die den Körper in Hungerperioden mit lebenswichtiger Energie versorgen konnte. Fettdepots waren damals entscheidend, um harte Winter, lange Wanderungen und unvorhersehbare Zeiten ohne Nahrung zu überleben. Doch in unserer heutigen Welt, unserer "ZUVIELISATION", in der hochverarbeitetes, hochkalorisches, verzuckertes Essen (jederzeit per Handy-App bestellt) verfügbar ist und körperliche Aktivität auf der Strecke bleibt, hat sich diese einst lebensrettende Eigenschaft in ihr Gegenteil verkehrt. Also das, was früher als Energiequelle in Hungerzeiten diente, trägt heute maßgeblich zur Entstehung schwerwiegender Gesundheitsprobleme bei.

Denn viszerales Bauchfett produziert entzündungsfördernde Botenstoffe und Hormone, die sogenannte stille Entzündungen im Körper begünstigen. Diese Entzündungen bilden die Grundlage unserer Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Schlaganfall. Zudem setzt das Bauchfett große Mengen an freien Fettsäuren ins Blut frei, die die Insulinwirkung in unseren Muskelzellen stören. Dadurch bleibt Zucker im Blutkreislauf, was Insulinresistenz und das Risiko für Typ-2-Diabetes verstärkt. Und auch die gefäßschädigenden Blutfette steigen durch viszerales Fett an, was das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall noch weiter erhöht.
Bauchfett
Fett gilt in unserer Gesellschaft als “Dickmacher”, wie viele fettreduzierte Produkte siehst du beim Einkaufen im Supermarkt?
So und jetzt schnall dich an: Was, wenn ich dir jetzt sage, dass du mit mehr Fett dein Bauchfett reduzieren kannst?
Denn es kommt auf die richtigen Fette an. Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel, wie sie in Nüssen, fettem Fisch und Avocados vorhanden sind, wirken entzündungshemmend und wirken sich positiv auf deinen Cholesterinspiegel, deinen Blutdruck und dein Gehirn aus. Besonders gesund sind auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in Olivenöl, Leinöl und Rapsöl enthalten sind.
Und die findest du zuhauf in der mediterranen Ernährung, die ich ja oft erwähne und die bekannt ist für ihre positiven Wirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System. Welche beeindruckenden Effekte diese Ernährungsweise haben kann, hat jetzt die NutriAct Studie der Berliner Charité und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam gezeigt.
Mit guten Fetten gegen Bauchfett
Die Studie zeigte, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Kombination mit mehr Eiweiß, Ballaststoffen und weniger Kohlenhydraten das viszerale Fett im Bauchraum – also das „böse“ Fett zwischen den Organen – deutlich reduzieren können.
Dafür teilte die NutriAct-Studie über 500 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 80 Jahren zufällig in zwei Gruppen ein. Die Interventionsgruppe erhielt eine Ernährung mit mehr (vornehmlich pflanzlichem) Eiweiß, reich an Ballaststoffen und weniger einfachen Kohlenhydraten sowie einem höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (15–20 % der täglichen Energie), ergänzt durch Ernährungsberatung und Kochkurse. Die Kontrollgruppe folgte den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, bei denen der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren nur 10 % ausmachte.
Nach 12 Monaten ließ sich feststellen, dass die Probanden der Ernährungsgruppe mit 15–20 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) signifikant an Bauchfett verloren haben und zwar immerhin durchschnittlich 162ml reinstes Bauchfett. Diese Reduktion war unabhängig von einer Gewichtsabnahme, führte zu besseren LDL-Cholesterinwerten und konnte sogar in der Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbar gemacht werden.
Also konkret, was sollten wir nun essen?
Da kommen wir wie schon so häufig auf mein Lieblingsthema zurück, dass nämlich "artgerechte", (herz-)gesunde Ernährung im Prinzip "brutal einfach" ist und sich mit nur 2 Regeln beschreiben lässt:
Esse echte, sprich unverarbeitete, vornehmlich pflanzliche Lebensmittel, die du
so oft wie möglich selbst zubereitest (dann weißt du auch was drinsteckt)
Und diese Regeln findest du auch in der vielbeschworenen mediterranen Ernährung wieder, die genau das widerspiegelt und sich durch folgende Merkmale auszeichnet:
Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Salate aber auch (Vollkorn-) Reis, Hülsenfrüchte und Nüsse
Ballaststoffreiche Kost und Vollkornprodukte
Nur sehr wenig oder kein dunkles Fleisch, dafür mehr Fisch, wenn Fleisch dann Bevorzugung von Geflügel
Als Fettquelle dient pflanzliches Öl wie Olivenöl, Rapsöl geht aber auch
Würzen mit Hilfe frischer Kräuter und Knoblauch, eher sparsamer Umgang mit Salz

Also das war's jetzt erstmal wieder von mir. Danke, dass du mir wieder deine wertvolle Zeit geschenkt hast,
bleib´ schön gesund,
Deine Melanie und Stefan
Team Dr. Heart
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Du bist, was du isst“
– Anthelme Brillat-Savarin
Quellen:
Kieć-Wilk, B., He, F., Mickiewicz, A., et al. (2024). Improvement in Visceral Adipose Tissue and LDL Cholesterol by High PUFA Intake: 1-Year Results of the NutriAct Trial.Foods, 16(7), 1057.https://doi.org/10.3390/foods16071057
Tagesschau. (2024, December 2). Wie sich mit guten Fetten Bauchfett reduzieren lässt.
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