Also was jetzt – brauche ich Cholesterin oder ist es gefährlich?

November 02, 20254 min read
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In diesem Newsletter erfährst du:

  • Was Cholesterin eigentlich ist

  • Welche wichtige Rolle es in deinem Körper spielt

  • Und warum du es trotzdem kritisch in den Augen behalten solltest!

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Also was jetzt – brauche ich Cholesterin oder ist es gefährlich?

Hallo Melanie,

du hast es sicher schon öfter in meinem Newsletter gelesen: „Ohne Cholesterin keine Arteriosklerose.“ Und vielleicht hast du dir dabei gedacht: „Aber Moment mal, Cholesterin braucht der Körper doch, oder?“

Genau deshalb schauen wir uns heute mal ganz in Ruhe an, was es mit dem Cholesterin eigentlich auf sich hat, was es ist, wofür der Körper es braucht, und warum ich trotzdem immer wieder auf diesen Satz hinweise.

Also: Warum ist Cholesterin wichtig für unseren Körper?

Wenn du dir also gedacht hast „Aber Cholesterin ist doch nicht per se schlecht!“, dann hast du völlig recht. Lass uns das gemeinsam Stück für Stück entwirren.

Cholesterin kommt in jeder menschlichen Zelle vor, denn die fettähnliche Substanz ist extrem wichtig für den Aufbau sämtlicher Zellmembranen und für die Begrenzung und die Kommunikation der Zellen untereinander. Cholesterin ist notwendig für die Bildung zahlreicher unserer Hormone, wie z.B. den Sexualhormonen, der Herstellung von Gallensäuren, die wichtig sind für unsere Fettverdauung und für die Bildung von Vitaminen, wie dem Vitamin D, das unter anderem für die Knochengesundheit und Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt. Auch unser Gehirn und unsere Nerven könnten ohne Cholesterin nicht funktionieren, da das Cholesterin die elektrische Leitfähigkeit entscheidend verbessert. Cholesterin ist also zunächst einmal als solches keine Erkrankung, sondern ein lebenswichtiger „Baustoff“, ohne den unser Körper nicht existieren und wir nicht leben könnten.

Aber warum heißt es dann “ohne Cholesterin keine Arteriosklerose”?

Schauen wir uns das nochmal genauer an: Der Cholesterinspiegel gibt die Gesamtmenge an Cholesterin im Blut an. Dies kann noch unterteilt werden in das Gesamt-Cholesterin, das HDL- und das LDL-Cholesterin. Aufgabe des LDL-Cholesterins ist es, das Cholesterin, das in der Leber gebildet wurde, zu allen anderen Körperzellen zu transportieren, sie also mit Cholesterin zu versorgen. Das meiste Cholesterin, das sich im Blut befindet, wird vom LDL transportiert.

Und genau dein LDL-Cholesterin solltest du dir genauer anschauen, denn es gilt deshalb als das „böse“ Cholesterin, weil das LDL nämlich nicht nur die Körperzellen mit Cholesterin versorgt, sondern sich leider auch in unsere Gefäßwände eingelagert. Es wird dort oxidiert und führt schließlich über einen entzündlichen Prozess zur Arteriosklerose, der „Arterienverkalkung“. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass ein höherer LDL-Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose und koronare Herzkrankheiten verbunden ist.

Also nochmal zur Frage: Brauche ich Cholesterin oder ist es gefährlich?

Denn das ist eine Frage die sich wirklich viele Betroffene stellen, denn im Internet kursieren ja zahlreiche Behauptungen – von „Die Pharmaindustrie hat Cholesterinsenker erfunden, um Profit zu machen“ bis hin zu „Wenn du Cholesterinsenker einnimmst, fehlt deinem Körper das Cholesterin, das er für die Zellen braucht, und du bekommst Alzheimer“. Angesichts solcher Aussagen ist es absolut verständlich, dass sich viele Menschen verunsichert fühlen, denn oft entsteht der Eindruck, man müsse sich zwischen Pest und Cholera entscheiden: Entweder riskierst du einen Herzinfarkt wegen deines hohen Cholesterinspiegels oder mögliche Folgen durch die Medikamente.

Doch genau hier lohnt sich ein genauer Blick:

Denn auch wenn es auf den ersten Blick so klingt, als würde dir durch Cholesterinsenker etwas „Wichtiges fehlen“, stimmt das nicht.

Das Cholesterin, das dein Körper für Zellwände, Hormone oder das Gehirn braucht, stellt er in den Zellen selbst her. Das Gehirn hat sogar seinen ganz eigenen Cholesterinstoffwechsel, der völlig unabhängig vom Cholesterin im Blut funktioniert.

Statine – also Cholesterinsenker – wirken in erster Linie dort, wo sie gebraucht werden: Im Blut. Sie senken dein LDL-Cholesterin, also genau die Form, die sich in deinen Gefäßen ablagert und zu Arteriosklerose führen kann. Und die deutsche Herzstiftung schreibt sogar: Selbst wenn die Werte im Blut sehr niedrig werden – wie bei Neugeborenen mit LDL-Spiegeln um 25 mg/dl – ist das unbedenklich. Außerdem stabilisieren Statine die cholesterinhaltigen Plaques – also die Ablagerungen in den Gefäßen und tragen so dazu bei, dass diese seltener aufbrechen und es seltener zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommt.

Wie hoch darf dein LDL-Cholesterin-Wert also sein?

Wichtig ist, Cholesterinwerte nicht isoliert zu interpretieren, sondern unter Würdigung deines gesamten Herz-Kreislauf-Risikos. Es gibt je nach Vorhandensein weiterer Risikofaktoren für die Arteriosklerose (wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Nierenschwäche, Übergewicht, Rauchen etc.) bzw. sogar schon vorhandener durch Arteriosklerose bedingter Erkrankungen wie der Koronaren Herzkrankheit, der Schaufensterkrankheit (paVK) und vielen weiteren, auch unterschiedlich strenge Grenzwerte für das LDL-Cholesterin:

  • Sehr hohes Risiko (z.B. vorhandene KHK): LDL-Cholesterin < 55 mg/dl UND eine > 50% Reduktion des LDL-Cholesterin-Ausgangswertes

  • Hohes Risiko: LDL < 70 mg/dl

  • niedriges und mittleres Risiko: LDL < 100 mg/dl


Alles klar?!

Also, ich hoffe, ich konnte dir ein Stück weit dabei helfen, das Thema Cholesterin besser zu verstehen und einzuordnen.
Denn auch wenn heute immer wieder neue Diskussionen und Mythen um Cholesterin im Internet kursieren, ist der Zusammenhang von Cholesterin und Arteriosklerose schon lange bekannt. Bereits Rudolf Virchow (1821–1902), seiner Zeit weit voraus, sagte:

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Das war's mal wieder von uns.

bleib´ schön gesund,

Deine Melanie, Stefan und das gesamte Team Dr. Heart

„Wissen ist die beste Medizin.“

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